Angeln in Dänemark Angelreisebericht Angeln am gelben Riff

Angeln in Dänemark Angelreisebericht Angeln am gelben Riff

Schöne Doublette 9 & 10kg schwer

Schöne Doublette 9 & 10kg schwer

Dieses Mal bin ich der Einladung meiner dänischen Guiding Freunde gefolgt und es sollte auf eine zweitägige Kuttertour / Wracktour auf die MS Bodil bzw. MS Lene von Hvide Sande zum gelben Riff gehen. Ich bin einen Tag vorher angereist, um mich mit den Dänen zwecks Vorbereitung der Ausrüstung zu treffen, da diese mir neue speziell auf das Kutterangeln in Dänemark zugeschnittene Montagen zeigen wollten und wir uns noch Köderfische (Heringe) zum Lengangeln besorgen müssten, um diese nicht auf dem Kutter zu kaufen. Nachdem ich die 560km von Hannover nach Hvide Sande hinter mir hatte, bastelten wir bis spät in die Nacht Leng Montagen & Grossdorsch Rigs.

Die Grossdorsch Rigs bestanden aus 1,00m Schnur in die über eine Springerschlaufe eine 12/0 Behr Gummi-Makk oder Octopuss eingeschlauft wurde und am unteren Ende ein Stabpilker oder Speedpilker der Gewichtsklasse 200-750g eingehängt wurde. Bei dem Pilker wurde der Drillingshaken am unteren Ende entfernt und stattdessen am oberen Ende ein Gummi-Makk der Größe 12/0 in den Sprengring eingehängt. Wichtig bei dieser Montage ist, dass wir komplett auf Wirbel mit Karabinern verzichtet haben und stattdessen normale Tönnchenwirbel der Gr. 1 bis Gr. 4 eingesetzt haben, um die Schwachstelle Karabiner auszuschalten. Weiterhin haben wir das Vorfach ca. 2,20m lang gemacht und den Springermit dem 12/0er Gummi-Makk ca. 30cm über dem Pilker platziert. Ihr werdet euch jetzt sicher fragen, warum wir ein 2,20m Vorfach basteln und keins von 70cm. Die Sache ist ganz einfach, die Wand des Kutters ist ca. 1,5m hoch, so dass man mit einem 2,20m Vorfach bei kleineren Dorschen einfach schnell das Vorfach am oberen Wirbel greifen kann (da es einen Durchmesser von 1,00mm hat- ! nie in die geflochtene greifen-> Verletzungsgefahr!) und diese dann viel schneller als mit dem Gaff auf den Angelkutter hiefen kann. Man sollte auch darauf achten, dass die Pilker möglichst gerade sind und nur einen Beifänger verwenden, um schnell am Grund zu sein, denn der Angler, der als erstes unten ist, hat meist den dicksten Dorsch zuerst.

Die Leng Montagen bestanden ebenfalls aus 1,00mm Vorfachschnur und Wallerhaken der Gr. 8/0 bis 14/0 sowie leuchtenden Octopussen und Tönnchenwirbel der Gr. 1 bis Gr. 4 sowie einem Pilker ohne Haken oder einem Grundblei zwischen 300 und 750g. Diese Montage wird mit Heringsfetzen bestückt.

Gegen 20 Uhr erreichten wir den Angelkutter zu Kuttertour von Hvide Sande, bereiteten unsere Angelstelle an Bord vor, legten uns in die Koje  und starteten kurz darauf mit insgesamt 12 Anglern an Bord gegen 22 Uhr die Ausfahrt. Nach  8,5 Stunden erreichten wir am frühen Morgen gegen 6.30 nach einem guten, rustikalen Frühstück an Bord das erste Wrack und begannen zu Angeln. Leider hat die Seekrankheit einen von meinen beiden dänischen Mitstreitern erwischt und dieser verbrachte die nächsten 40 Stunden unter Deck in seiner Koje. Bitte daher unbedingt an Medikamente gegen Seekrankheit ( Kaugummis, Pflaster, Tabletten) denken.

Was in den folgenden 40 Stunden beim Meeresangeln am gelben Riff in Dänemark an Dorsch, Leng, Steinbeißer & Pollacks gefangen wurde, übertraf meine Erwartungen bei weitem. Ich war schon einige gute Fänge von meinen früheren Angelurlauben aus Norwegen gewohnt, aber diese Kuttertour war einfach der Hammer.

Nachdem ein Wrack vom Angelkutter (MS Bodil bzw. MS Lene)angefahren wurde, ertönte ein Hupsignal und jeder Angler an Bord des Kutters hat so schnell er konnte seinen Köder abgelassen, denn der Angler, der zuerst unten ist, fängt meist den dicksten Dorsch. Sofern der Köder nicht bereits beim Absinken von einem Dorsch gepackt wurde, bekam man spätestens bei der 2. Pilkbewegung einen heftigen Biss. Nachdem Biss begann jedesmal ein kräftezehrender Drill gegen den Fisch, der gegen die starke Drift des Kutters erst einmal gewonnen werden will. Nach 2-3 Driften über ein Wrack begannen wir meist mit dem Lengfischen über demselben Wrack. Beim Lengangeln haben wir den Köder langsam über die Wracks schleifen lassen. Wichtig dabei ist, dass man den Köder an der Lengmontage zunächst einmal bis auf den Grund ablässt und dann 2-3 Kurbelumdrehungen mit der Multirolle hochholt, um die Hängergefahr zu minimieren. Bei einem Lengbiss wartet man kurz und schlägt dann 2-3 Mal hintereinander so hart an wie man kann. Danach muss man den Leng sofort 6-10m vom Grund wegholen, da dieser danch versucht wieder in die Wracks zu flüchten und dann hoffnungslos verloren ist. Nach 1-2 weiteren Driften auf Leng wurde meist das Wrack verlassen und das nächste angesteuert. Während dieser Verschnaufpausen sollte man die gefangenen Fische öffnen und die Innereien entfernen sowie den Kopf zum späteren Filetieren abbrechnen und die Fische auf Eis legen, dass reichlich auf dem Angelkutter vorhanden ist. Wir haben an dem ersten Tag einige gute Dorsche & Lengs gefangen, dass wir uns auf jede längere Pause wie z.B. 45min beim Mittagessen an Bord und das Ende dieses Angeltags gegen 20 Uhr und anschließende Abendessen gegen 21 Uhr gefreut hatten.  Wir fingen neben schönen einzelnen Dorschen bis 12kg auch zahlreiche Doubletten.

Dorsch mit 11 kg

Dorsch mit 11 kg

Jan mit gutem Dorsch von 11kg

Jan mit gutem Dorsch von 11kg

Schöne Doublette vom Kutter

Schöne Doublette vom Kutter

Schöne Doublette vom Kutter

Schöne Doublette vom Kutter

Die Reling und der Filetierplatz

Die Reling und der Filetierplatz

Der Filetierplatz & mein Freund Jan

Der Filetierplatz & mein Freund Jan

Danach fiel ich totmüde in die Koje und dachte an einen schlechten Scherz meiner Freunde, als diese mich um 6.30 wieder weckten, da es weiter ging. Auch an diesem 2. Tag fingen wir wieder gut, so dass ich am Ende meinen Beifänger abgeschnitten habe, um keine Dorschdoublette mehr zu bekommen, da mein gesamter Körper und am schlimmsten meine Arme und mein Rücken von den Drills schmerzten. Allein bei der letzten Drift fingen wir beide 11 Dorsche über 10kg, was ich vorher noch nie erlebt hatte, aber unbedingt wieder erleben will. Bei der ganzen Sache sollte man daran denken maßvoll mit den Fischbeständen umzugehen und so schadet es gewiss nicht den ein oder anderen Fisch schonend wieder zurück zusetzen, um die Bestände zu erhalten.

Am Ende der Kuttertour von Hvide Sande zum gelben Riff hatten wir viele schöne Dorsche & Lengs gefangen. Diese Kuttertour war genial und ich werde sie mit Sicherheit wiederholen. Ich werde demnächst eine Tour organisieren, bei der ich den ganzen Kutter mit einigen befreundeten Anglern mieten werde und wir uns von meinen dänischen Freunden (Jan, Mikkel und Kenneth) guiden lassen werden, so dass auch Angler, die eine solche Kuttertour zum ersten Mal machen, ordentlich Spaß haben und die richtigen Tips & Tricks zum Kutterangeln, der Fischlandung mit dem Gaff vom Kutter und der Fischversorgung an Bord bekommen. Zudem können sie dann die passenden Rigs von „meinen“ Dänen günstig kaufen, um so ohne großen Zeitaufwand auf Ihre Dorsche und Lengs kommen.  Den Preis für die Tour werde ich dann durch die 10 teilnehmenden Angler teilen, da die beiden dänischen Guides kein Geld für die Kuttertour haben wollen (normale Guides nehmen meist 150 € pro 8 Stunden) , sondern einfach nur umsonst mitfahren möchten und dafür allen Anglern an Bord helfen. Der Preis für die Kuttertour wird somit bei ca. 400 € pro Person liegen.  Ich freue mich über das großzügige Angebot meiner Freunde und werde zu gegebener Zeit auf die Kuttertour in diesem Blog hinweisen.

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